Made in Pfaffnau statt China
Kaum eine Packung Dörrbohnen in Schweizer Läden,
die nicht aus China kommt. Wohltuende Ausnahme: Die Biobohnen
der BioManufaktur Grünboden.
Dass die konventionellen Dörrbohnen in den Regalen von
Schweizer Grossverteilern und Lebensmittelläden fast ausschliesslich
aus China stammen und damit einen langen Weg per Schiff oder
Flugzeug hinter sich haben, lässt sich für Agronom
Paul van der Berge vom Fricker Forschungsinstitut
für biologischen Landbau FiBL einerseits mit dem Preis
und der globalen Handelsentwicklung erklären. Die chinesischen
Exporteure bieten offenbar die günstigsten Dörrbohnen
für den Schweizer Markt an.
Die Asiaten profitieren dabei von der «Nähe» zu
Europa. Denn auch in Australien oder Peru herrschen für
den Bohnenanbau klimatisch gute Bedingungen vor. Doch die Distanz
zu Europa ist grösser und deshalb ist speziell Peru weniger
wettbewerbsfähig.
Know-how und Klima gut
In Australien werden vor allem Mungbohnen angebaut, die qualitativ
nicht mit der chinesischen Ware mithalten können, weiss
FiBL-Mitarbeiter van den Berge. Er beobachtet die internationalen
Märkte von Berufes wegen. Den chinesischen Markt kennt er
aus persönlichen Erfahrungen vor Ort und aus der internationalen
Zusammenarbeit im Auftrag von diversen staatlichen und nichtstaatlichen
Organisationen sowie Firmen. Van den Berge erforscht so international
und vor Ort jene landwirtschaftlichen Produktqualitäten,
die für den Export in die Schweiz brauchbar sind. Er bereitet
die Qualitätssicherung vor und knüpft die Verbindungen. «Die
Chinesen sind gut im Anbau von Bohnen», weiss van den Berge, «sie
haben zudem ein sehr geeignetes Klima für den Bohnenanbau.
Bohnen mögen nach der Aussaat und während der Blütezeit
viel Nässe. Dann ist ihre Keimrate am höchsten und
die Befruchtung optimal. Später haben sie dann gerne trocken.
Genau diese Wetterbedingungen prägen das Klima in China.
Im Norden Chinas gibt es kalte Winter, im Frühling regnet
es oft und im Sommer ist es schön warm. So können die
Bohnensamen im Frühling mit viel Nässe gut keimen und
im Sommer haben sie die nötige Wärme zum Wachsen.»
Keine Knospe für China
In China werden beträchtliche Mengen Sojabohnen, Mungbohnen,
weisse Bohnen und Adzukibohnen angebaut. Der Bohnenanbau ist
auch für den heimischen Markt sehr wichtig. Andere Bohnen,
wie die grünen konventionellen Dörrbohnen oder Kefen
(Holland-beans), werden hauptsächlich für den Export
geerntet.
Nicht aber in Bioqualität für den Schweizer Knospe-Markt. «Die
Bio Suisse behandelt die Bio-Dörrbohnen wie Frischprodukte.
Der Import aus China in die Schweiz ist somit nach den aktuellen
Handelsregeln der Knospe noch nicht möglich», sagt
van den Berge. Umso wichtiger sei also die flächendeckende
Sicherung von Anbau und Verarbeitung frischer Bohnen zu Dörrbohnen
im eigenen Land.
Sie finden sie hier im virtuellen
Hofladen der BioManufaktur
Grünboden.
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